Ein Framework von Tools for Tomorrow

Piratize

Komplexe Systeme lassen sich nicht managen. Nur navigieren.

Piratize ist ein Framework für Handlungsfähigkeit in Ungewissheit. Es macht unternehmerisches Denken sichtbar, öffnet Möglichkeitsräume und übt ein, mit Ungewissheit zu gestalten — dort, wo Businesspläne versagen.

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Dunkle Segelschiffe im Nebel über einem leuchtenden Netzwerk

Was „Pirat" eigentlich heißt

Wage es.

Das Wort kommt vom griechischen πεῖρα, peîra: Versuch, Wagnis. Der peiratḗs ist einer, der es wagt. Aus derselben indogermanischen Wurzel *per- stammen empeiría, Wissen aus Versuch, daher Empirie, und lateinisch experīrī, erproben, daher Experiment und Experte. Perīculum ist Versuch und Gefahr in einem Wort. Im Deutschen steckt die Wurzel in Gefahr. Verwandt sind fahren, Erfahrung und Gefährte.

*per- versuchen, wagen peîra Versuch, Wagnis peiráō versuchen, wagen peiratḗs Seeräuber pirata lateinisch Pirat einer, der es wagt

Das Axiom

Schiff ist kompliziert. Meer ist komplex.

Ein Schiff hat viele Teile und ein Handbuch — kompliziert, aber beherrschbar. Ein Meer hat Strömungen, Wetter, Emergenz — befahrbar, nie beherrschbar. Die klassische BWL begeht hier einen schlichten Kategorienfehler: Sie behandelt komplexe Probleme mit den Instrumenten für komplizierte, zum Beispiel mit Businessplänen und SMART-Zielen. Damit richtet sie beträchtlichen unternehmerischen Schaden an. Die Unterscheidung ist nicht schwer; sie wird nur verlässlich übersehen.

Das Cynefin-Framework: vier Felder klar, kompliziert, komplex und chaotisch, in der Mitte unklar

Cynefin (Dave Snowden) zeigt, in welcher Art Lage du steckst — und dass komplexe und chaotische Gewässer andere Logiken verlangen als klare und komplizierte. Cynefin ist die Landkarte der Lagen, nicht die Navigation. Wie man im Komplexen tatsächlich handelt — bei Nebel, Sturm und Flaute — steht weiter unten.

Die Taylorwanne: Anteil komplexer (rot) und kausal planbarer (blau) Arbeit von der Manufaktur über den Taylorismus bis zur Netzwerk-Ökonomie
Die Taylorwanne: Rot ist der komplexe Anteil, blau der kausal planbare. In der Manufaktur war fast alles rot. Grob von 1910 bis 1980 wurde das Planbare groß, danach kam die Komplexität zurück. Der Taylorismus war ein Zwischenspiel von nicht einmal hundert Jahren.Grafik: Bernd Oestereich nach einer Idee von Gerhard Wohland · kollegiale-fuehrung.de · CC BY-SA 4.0

Frederick W. Taylor, 1911: Arbeit wird zerlegt, gemessen und optimiert. Dahinter stehen Annahmen. Alle Einheiten funktionieren gleich (Homogenität). Auf A folgt B (Linearität). Jedes Problem hat eine Ursache und eine Lösung (Monokausalität). Diese Annahmen passen zur Fabrik. Die Taylorwanne oben zeigt, wie kurz die Fabrikphase war: grob von 1910 bis 1980.

Gramsci, um 1930: „Die Krise besteht gerade in der Tatsache, dass das Alte stirbt und das Neue nicht zur Welt kommen kann: in diesem Interregnum kommt es zu den unterschiedlichsten Krankheitserscheinungen.“ Die Monster kamen erst mit späteren freien Übersetzungen dazu. In der Krise hört die Planbarkeit auf. Zwischen altem und neuem Zustand liegt die Schwelle. Piratize übt, dort handlungsfähig zu bleiben.

Vom alten Zustand durch die Turbulenzen der Transformation in den neuen Zustand

Optimismus („alles wird gut“) und Pessimismus („alles ist verloren“) sind beide passiv. In ihrer extremen Form enden beide im Fatalismus: Man muss selbst nichts tun, es kommt ja, wie es kommt. Die aktive Haltung ist der Possibilismus. Er fragt: Was ist hier möglich, und was kann ich dazu beitragen? Unternehmen ist das Gegenteil von unterlassen.

Die Haltungs-Kurve: Possibilismus aktiv an der Spitze, Optimismus und Pessimismus an den passiven Rändern

Saras Sarasvathy hat an der Carnegie Mellon University 27 erfahrene Gründer:innen untersucht. Kausal denkt man: Ziel, Ressourcen, Plan, Kontrolle. Effektual denkt man: Was ist da? Wer macht mit? Was entsteht? Wer nicht weiß, was kommt, fährt mit der zweiten Reihe besser.

Kausale Logik (Ziel, Ressourcen, Plan, Kontrolle) gegen effektuale Logik (Was ist da, wer macht mit, was entsteht)

SMART-Ziel oder Polarstern

Was macht ihr mit der Insel?

Zwei Schiffe, dieselbe Bucht. Beide stoßen auf eine Insel, die auf keiner Karte stand. Der Unterschied liegt allein darin, was sie mit ihr anfangen.

Weg 1: Das Schiff fährt im festen Korridor aufs SMART-Ziel zu, an der Insel im Weg liegt eine Dynamitstange
Weg 1 — SMART-Ziel. Der Kurs steht fest. Die unerwartete Insel gilt als Hindernis auf dem Weg zum Plan — und wird weggesprengt. Plan vor Möglichkeit: klassische BWL.
Weg 2: Unter dem Polarstern steuert ein Boot die unerwartete Insel an, dort liegen neue Ressourcen, aus der Zitrone wird Limonade
Weg 2 — Polarstern. Die Richtung steht, der Kurs ist offen. Das unerwartete Hindernis wird zur neuen Ressource — aus der Zitrone wird Limonade.

Die fehlende Hälfte

Pro-Aktion.

Resilienz, Antifragilität und Lean Startup trainieren vor allem Re-Aktionsfähigkeit: Anpassung, Schadensbegrenzung, Flexibilität. Piratize ergänzt die zweite Hälfte: Pro-Aktionsfähigkeit — neue Möglichkeitsräume öffnen, Verbindungen bauen, Sog erzeugen.

Pro-Aktion ist Bedingungs-Gärtnerei: das Feld bereiten, auf dem Neues ansteckend wird.

Das Eigene an Piratize

01Polarstern vor PlanRichtung vor Roadmap. Waypoints statt OKRs.
02Halte die SchwelleLiminalität als eigene Kompetenz: handlungsfähig bleiben, wenn das Alte weg und das Neue noch nicht da ist.
03Hauptschiff & DinghysStrukturelle Ambidextrie: Das Hauptschiff hält den Betrieb, die Dinghys erkunden.
04AtolleModule, die ineinandergreifen und sich gegenseitig stützen. Das Prinzip gilt zu zweit genauso wie im großen Netzwerk.
05Varietät × Kohäsion × ModularitätDie Resilienzformel. Multiplikativ: Ein schwacher Faktor macht das ganze System fragil.
06Sog erzeugenKipppunkt-Mechanik. Im Experiment von Damon Centola und Kolleg:innen (Science, 2018) reichte eine entschlossene Minderheit von rund 25 %, um eine eingespielte Konvention zu kippen.
07FlautenkompetenzDie Einzelteile sind erforscht: Erfolgsfalle, Trägheit, Veränderungsmüdigkeit. Piratize unterscheidet vier Sorten Flaute und gibt jeder ein eigenes Werkzeug.

Nebelkompetenzen · zum Selbermachen

In welchem Wetter steht ihr gerade?

Drei Wetterlagen, drei Probleme, drei erste Züge. Nebel: du siehst nicht weit genug. Sturm: zu viel auf einmal. Flaute: nichts zieht mehr. Tipp deins an.

Nebel, Sturm und Flaute: die drei Wetterlagen als Folie

Tipp dein Wetter an, dann siehst du den ersten Zug.

Nebel: das Sichtproblem

Du weißt nicht, was kommt. Trotzdem handeln.

Du siehst nicht weit genug, um einen ganzen Kurs zu planen. Die Logik ist: erst probieren, dann erkennen, dann antworten.

  • Benenne den Nebel: Fehlt dir die Wahrscheinlichkeit, die Wirkung, die Zukunft, die Deutung oder die Orientierung?
  • Setz einen Waypoint: den nächsten Punkt, den du erreichen kannst und von dem aus du den übernächsten siehst.
  • Setz ein Dinghy aus: das kleinste Ding, das dir in sieben Tagen eine echte Information zurückbringt.
  • Prüf den leistbaren Einsatz: Was darf dieses Dinghy im schlimmsten Fall kosten — und wäre das okay?
  • Komm zurück und peil neu. Jeder erreichte Waypoint ist der Ausgangspunkt für den nächsten.

Beispiel. Ihr überlegt, ein neues Angebot zu machen, und wisst nicht, ob es jemand will. Macht nächste Woche einen 90-Minuten-Test mit acht Leuten, die ihr eh kennt. Wie sie reagieren, sagt mehr als ein halbes Jahr Konzeptarbeit.

Sturm: das Kraftproblem

Zu viel auf einmal. Gezielt handeln.

Es passiert zu viel gleichzeitig, alle stehen unter Druck. Jetzt zählt vor allem eine klare Reihenfolge.

  • Sprich den Sturm aus: „Wir sind im Sturm." Benennen gibt Halt, Verharmlosen verschärft.
  • Crew-Sicherheit zuerst: Was darfst du jetzt opfern, was auf keinen Fall? Der Kurs darf verloren gehen, die Menschen nicht.
  • Segel reffen: Entscheide, was weiterläuft und was pausiert.
  • Intention klar, Initiative dezentral: Sag Wohin und Warum, nicht Wie. Im Sturm ist keine Zeit für Rückfragen.
  • Erlaub euch, ehrenhaft zu versenken: Was muss aufgegeben werden, damit das, was bleibt, überlebt?

Beispiel. Zwei Großprojekte, ein Krankheitsausfall und ein abspringender Kunde in derselben Woche. Sag dem Team offen, dass ihr im Sturm seid, leg fest, welches Projekt jetzt ruht. Gib Richtung statt Details. Den Rest entscheiden die Leute.

Flaute: das Bewegungsproblem

Nichts zieht mehr. Aus eigener Kraft handeln.

Kein Wind, kein Anlass, nichts bewegt sich. Die Flaute ist der blinde Fleck fast aller Frameworks. Wichtig: hier wird diagnostiziert, nicht motiviert.

  • Lass die Flaute zu. Keine künstliche Dringlichkeit inszenieren. Eine Flaute ist ein Zustand, den man eine Weile aushalten kann.
  • Finde heraus, welche es ist: Erschöpfung, Bürokratie, Sinn oder Erfolg. Die vier sehen sich ähnlich, brauchen aber jeweils ein anderes Werkzeug.
  • Wähl das Werkzeug: Erschöpfung braucht einen Hafen. Bürokratie braucht Rebellion. Sinn braucht Arbeit am Polarstern. Erfolg braucht einen neuen Handlungsanlass.
  • Mach den Lackmus-Test: Was passiert, wenn niemand handelt? Nichts Schlimmes? Dann ist es keine Flaute.
  • Eine erste, leistbare Handlung. Nicht das ganze Programm.

Beispiel. Ein Team liefert seit Monaten zuverlässig, aber lustlos. Das alte Ziel ist erreicht, ein neues fehlt. Diese Erfolgsflaute löst ein neuer Handlungsanlass.

Die ganze Fahrt gibt es als Workshop: die Kaperfahrt, unten bei den Angeboten ↓

Das Gerüst

1 Axiom. 4 Haltungen. 13 Prinzipien.

Das Fundament kennst du schon: Schiff ist kompliziert, Meer ist komplex. Darauf stehen die Haltungen. Die Prinzipien bringen sie in die Praxis, von dir selbst bis ins Ökosystem.

Haltung 1

Rebelliere mit Richtung

Status quo herausfordern und eine bessere Alternative danebenstellen.

Haltung 2

Verteile Macht

Macht, Geld, Verantwortung und Anerkennung fair teilen. Verhindert, dass Pro-Aktion in Machtgeilheit kippt.

Haltung 3

Organisiere in Crews

Kleine, selbstwirksame Einheiten mit Checks and Balances. Skaliert wird, indem Crews sich koppeln.

Haltung 4

Erzähle das Neue

Symbole, Botschaft, Sichtbarkeit. Durch die Erzählung werden gelungene Experimente skalierbar.

Die Prinzipien zum Durchtippen, von innen nach außen:

Ebene 1 — Du als Kapitän:in. Wie du selbst in der Bucht segelst.
01Vom Hafen zum HorizontBird-in-Hand mit Blick nach draußen: mit dem starten, was da ist, und den Horizont im Blick behalten.
02Polarstern vor PlanRichtung vor Roadmap. Waypoints statt OKRs.
03Leistbarer EinsatzAffordable Loss. Riskier, was du verlieren kannst, ohne unterzugehen.
04Zitronen zu LimonadeÜberraschungen werden zu Material. Das Unerwartete bringt oft neue Ressourcen.
Hand am RuderDie Meta-Haltung: Pilot-in-the-Plane. Du steuerst, was du beeinflussen kannst.
Ebene 2 — Das Wetter, in dem du segelst. Die Lage lesen und das passende Werkzeug wählen.
05Werkzeug nach WetterJede Lage hat ihr Werkzeug. Nebel, Sturm, Flaute — nach der Logik von Cynefin.
06Halte die SchwelleLiminalität als eigene Kompetenz. Im Zwischenraum handlungsfähig bleiben, wenn das Alte weg und das Neue noch nicht da ist.
Ebene 3 — Das Innere deines Schiffs. Wer mitfährt und wie ihr zusammen denkt.
07Wilde CrewUngefragt, selbstgewählt, ungezähmt. Eine Crew, die unterschiedlich denkt, sieht mehr.
08Hauptschiff & DinghysStrukturelle Ambidextrie. Das Hauptschiff hält den Betrieb, die Dinghys erkunden.
09Intention klar, Initiative dezentralMission Command. Vorgegeben werden Ziel und Zweck. Den Weg wählt die Crew.
Ebene 4 — Andere, autonome Schiffe. Verbünden, ohne die Souveränität aufzugeben.
10FlottenbildungSouveräne Schiffe, temporär verbündet, ohne zu fusionieren.
Ebene 5 — Das ganze Ökosystem. Paradiese bauen, die sich selbst tragen.
11AtolleModule, die ineinandergreifen und sich gegenseitig stützen. Das Prinzip gilt zu zweit genauso wie im großen Netzwerk.
12Varietät × Kohäsion × ModularitätDie Resilienzformel. Multiplikativ: Ein schwacher Faktor macht das ganze System fragil.
13Sog erzeugenKipppunkt-Mechanik. Im Experiment von Damon Centola und Kolleg:innen (Science, 2018) reichte eine entschlossene Minderheit von rund 25 %, um eine eingespielte Konvention zu kippen.

Das Fundament

Wissenschaft unterm Kiel.

Piratize verwebt mehrere Forschungsstränge zu einer eigenständigen Praxis: Frank Knights Unterscheidung von Risiko und Ungewissheit, Saras Sarasvathys Effectuation-Forschung, Dave Snowdens Cynefin, Edwin Hutchins’ verteilte Kognition, die Liminalitätstheorie von van Gennep und Turner, die Kybernetik und das Systemdenken von Ashby bis Meadows — und historisch die Republic of Pirates, Nassau 1713–1718.

Der Kognitionswissenschaftler Edwin Hutchins hat an Bord eines Schiffs der US Navy beobachtet, wie das Navigationsteam die Position bestimmt. Das nötige Wissen hat niemand allein im Kopf. Es entsteht zwischen Menschen, Peilgeräten, Seekarten und eingeübten Abläufen. Deshalb nimmt Piratize die Seefahrt wörtlich. Zusammenhalt in der Crew ist dort kognitive Infrastruktur: Ohne ihn findet das Schiff seinen Weg nicht.

Knight 1921 · Risiko ≠ Ungewissheit Sarasvathy Effectuation Snowden Cynefin Hutchins Cognition in the Wild Turner Liminalität Ashby 1956 · Varietätsgesetz Meadows Systems Thinking Conniff Be More Pirate Centola 2018 · der 25-%-Kipppunkt Nassau ca. 1713–1718

Zum Weiterlesen

Die Leseliste.

Auf diesen Büchern steht Piratize.

01
Das Meer verstehen
Radical Uncertainty
John Kay & Mervyn King · 2020
Knights Unterscheidung von 1921, gut lesbar weitergedacht. Ihre Leitfrage: What is going on here?
02
Die Gegenlogik
Effectuation: Wie erfolgreiche Unternehmer denken, entscheiden und handeln
Michael Faschingbauer · 2010
Effectuation für die Praxis, auf Deutsch. Hier stehen Bird-in-Hand, Affordable Loss und Lemonade, die Prinzipien hinter der Bucht.
03
Das Meer kartieren
A Leader's Framework for Decision Making
Dave Snowden & Mary Boone · HBR, 2007
Zehn Seiten, sofort anwendbar. Der schnellste Einstieg in Cynefin.
04
Das Schiff weiß den Kurs
Cognition in the Wild
Edwin Hutchins · 1995
Der wissenschaftliche Anker. Hutchins zeigt, wie ein Navigationsteam die Position des Schiffs gemeinsam bestimmt, mit Instrumenten und Routinen. Darauf bauen Wilde Crew und Kohäsion auf.
05
Die Schwelle
The Ritual Process: Structure and Anti-Structure
Victor Turner · 1969
Der Zwischenraum als eigene Phase. Im Nebel steckst du genau dort und musst trotzdem handeln.
06
Die Piraten, Haltung
Be More Pirate
Sam Conniff Allende · 2018
Laut und manchmal zu laut. Der Kern stimmt: Piraten waren radikal anders organisiert. Die Haltungen von Piratize kommen von hier.
07
Die Piraten, Argumentation
The Invisible Hook
Peter Leeson · 2009
Die ökonomische Analyse: Piraten stimmten ab und konnten ihre Kapitäne absetzen, aus Eigeninteresse. Nüchterner als Conniff.
08
Die Resilienzformel
Thinking in Systems: A Primer
Donella Meadows · 2008
Der Einstieg ins systemische Denken. Ihre zwölf Hebelpunkte zeigen, warum mehr Druck selten hilft.
09
Komplexität greifbar
Die Faltung der Welt
Anders Levermann · 2023
Der Klimaphysiker denkt Wachstum als Faltung: Innerhalb fester Grenzen kann Vielfalt weiter wachsen. Das gilt auch für Märkte.
10
Warum Störung manchmal hilft
Antifragile
Nassim Nicholas Taleb · 2012
Über Systeme, die von Störungen profitieren. Taleb ist rechthaberisch und hat trotzdem recht: Kleine, unabhängige Einheiten überstehen Schocks besser.
11
Sensemaking
Sensemaking in Organizations
Karl E. Weick · 1995
Menschen verstehen oft erst hinterher, was sie getan haben. Weick beschreibt, was im Nebel passiert. Deshalb arbeitet Piratize mit Waypoints.

Wer dahinter steckt

Ich bin Segler. Und zwar richtig.

Simon Steiner

Südatlantik, wochenlang kein Land. 2016 wurde ich auf St. Helena ausgesetzt, weil ich an Bord gemeutert hatte. Zwei Jahrhunderte vorher war mein Ur-ur-ur-Großvater Theodor Cordua auf derselben Insel, als Napoleon dort gefangen saß. Das offene Meer war für mich Inspirationsquelle und Unternehmerschule zugleich — Ungewissheit, Sturm, Nebel und Flaute lernt man dort draußen am unmittelbarsten. Genau daraus sind die Prinzipien von Piratize abgeleitet.

An Land heiße ich Simon Steiner: Innovationsstratege, Speaker und Hochschuldozent (ESCP, TU Berlin, HPI Academy), Gründer der Tools for Tomorrow GmbH. Über 300 Workshops, Vorträge und Seminare in Konzernen, Mittelstand, Verwaltung und Sozialwirtschaft — und all das fließt in Piratize.

St. Helena aus dem All, daneben Bilder von Napoleon, Theodor Cordua und Simon Steiner
St. Helena, einer der abgelegensten Orte der Welt. Rund zwei Jahrhunderte nach Napoleon und meinem Vorfahren Theodor Cordua wurde ich hier nach einem heftigen Sturm und einer Meuterei an Bord ausgesetzt — und hier sind die Grundlagen für Piratize entstanden.

Mit uns segeln

Wie Piratize zu euch kommt

Als Workshop, als Vortrag oder als Sparring. Gebucht wird über die Tools for Tomorrow GmbH. Vorne steht Simon selbst.

Workshop · In-House

Die Kaperfahrt

Eure Crew arbeitet an echten Vorhaben: Wetter-Diagnose, Bucht-Leinwand und Effectuation am eigenen Fall. Zum Schluss kommt der Sofort-Start. Jede:r nimmt sich eine Sache vor, die in den nächsten sieben Tagen passiert, ohne auf irgendwen zu warten.

Erprobt mit Führungsrunden · ab Halbtag bis Zweitäger
Vortrag · Keynote

Schiff oder Meer

45 bis 90 Minuten über das Axiom, die zwei Wege durch die Bucht und die drei Wetterlagen. Passt als Auftakt für Führungsrunden, Offsites und Konferenzen, bevor die eigentliche Arbeit beginnt.

Vortragsdetails auf simonsteiner.de →
Sparring · Begleitung

Durchsegeln

Für einzelne Vorhaben und die Menschen dahinter. Wir segeln deinen Fall in Ruhe durch, vom Hafen über die Wetter-Diagnose bis zum ersten Zug. Als einzelne Stunde oder als Begleitung über mehrere Etappen.

1:1 oder kleine Crew · online oder vor Ort
Erst mal reden? 30 Minuten, direkt im Kalender. Wir schauen auf euer Wetter und ob Piratize passt.
Termin buchen →

Lieber schreiben? hey@tomorrow.tools

Zum Mitnehmen

Werkzeuge zum Selbermachen

Vorlagen zum Ausdrucken, als A4 oder groß auf A1 und Brownpaper. Dazu die Kaperfahrt als fertiger Workshop-Ablauf.

Bucht-Leinwand Das zentrale Werkzeug: die Bucht als Großformat, mit Hafen, Ufern, Horizont und Polarstern. Für Offsites, den Kurs fürs nächste Quartal oder als Gegenmittel zum Durchplanen ganzer Jahre. Kostenlos und ohne Anmeldung. ↓ Bucht-Leinwand (PDF)
Das Template-Set Kaperfahrt-Karte, Drei-Wetter, Effectuation-Fragen, Schiff-vs-Meer und Sofort-Start. Schreib eine kurze Mail, dann schicke ich dir das Set. Set anfordern →
Kaperfahrt in Facilitools In Facilitools, unserer Plattform für Workshops, liegt die Kaperfahrt als fertiger Ablauf für einen halben Tag. Öffnen, an deine Gruppe anpassen, loslegen. Vorlage öffnen →

Bird-in-Hand · jetzt gleich

Fang bei dem an, was im Hafen liegt.

Mit diesen drei Fragen beginnt jede Kaperfahrt. Trag deine Antworten ein. Sie bleiben in deinem Browser.

Der Entrepreneurship Compass. Wo steht dein Vorhaben bei Wertversprechen, Marktöffnung, Wertschöpfung und Pro-Aktion? Schätz es ein — kostenlos, ohne Login.
Compass öffnen →

Zum Merken

Für die Pinnwand.

01

Ein komplexes System versteht man nur, indem man mit ihm interagiert.Dave Snowden, 2012

02

Nur Komplexität kann Komplexität reduzieren.Niklas Luhmann, Soziale Systeme, 1984

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